B12: Electro-Soma

B12: Electro-SomaEine Musik, die im Zimmer herumsteht, als hätte jemand vergessen, sie abzuholen und in die Disco zu tragen. B12 versuchen sich an der Quadratur des Kreises und machen „House für zu Hause“, also sphärischen Techno, mit ganz weichem „ch“, und während Michael Golding, der eine Bauch des Duos, noch das mangelnde Open-minded-Sein der DJs beklagt, die ums Verrecken ihre Platten einfach nicht spielen, schälen sich diese elektrisch-somatischen, sich selbst immer wieder neu aufwickelnden Sounds dezent in Wohnzimmer, die neben einem CD-Player zumindest Alujalousien und einen Deckenventilator als Ausstattungsminimalattribute vorzuweisen haben sollten.

Tranciger Techno also, die das eloquente Geplucker früher Tangerine-Dream-Werke mit harsch-neuzeitlichen Beats verbindet und einem garantiert jedwede Grütze aus dem Hirn jagt, besonders wenn laut und wenn man hört wenn man gerade schreibt Kritik weil dann auch noch alle Grammatik aus Sätze geht weg. Aber leise gedreht ist es ein Klangteppichboden mit durchaus anregenden Ornamenten.

B12: Electro-Soma
CD, 1993, WARP / Rough Trade

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