MG B

MG B

Im Bereich der 2-sitzigen Sportwagen und Roadster kann Morris Garages, besser unter dem Kürzel MG bekannt, auf eine langjährige Tradition zurückblicken: Legendär sind der MG Midget von 1924, der MG TD von 1949 oder der MG A von 1955. Während letzterer noch mit eher barocken und geschwungenen Formen aufwartete, präsentierte sich der Nachfolger MG B auf dem Londoner Salon 1962 in moderner, selbsttragender Bauweise mit horizontal durchgezogener Gürtellinie und einer klaren Formensprache. Kurbelfenster und mehr Kofferraum machten den Roadster zum alltagstauglichen Fahrzeug. Der MG B hatte einen 1,8-l-Motor (4-Zylinder), der 95 PS leistete – die den leichten 2-Sitzer auf bis zu 170 km/h beschleunigten. Schon bald konnte der MG B auch mit verschiedenen Hardtops werksseitig oder von Drittanbietern – mehr oder weniger – wintertauglich gemacht werden.


MG B GT CoupéUnter der Bezeichnung MG B GT wurde dem Roadster 1965 ein von Pininfarina meisterhaft gestaltetes Coupé zur Seite gestellt: Es verfügte über eine hintere Notsitzbank, die für mehr Laderaum nach vorne geklappt werden konnte, und eine Heckklappe. Durch die deutlich höhere Verwindungssteifigkeit brachte es auch bessere Fahreigenschaften mit sich. Zeitweise war der GT auch mit einem Rover-V8 erhältlich (3,5 l, 137 PS). Sowohl Roadster als auch Coupé wurden ab 1967 auch unter der Bezeichnung MG C mit 6-Zylinder-Motoren (2,9 l) angeboten, die 145 PS leisteten. Äußerlich waren die leistungsstärkeren Modelle an einer Ausbuchtung in der Motorhaube erkennbar.

MG B "Gummiboot"Mitte der 70er Jahre wurde der MG B aufgrund der schärferen amerikanischen Sicherheitsbestimmungen überarbeitet: Das Fahrwerk wurde einige Zentimeter höher gesetzt, und er erhielt dicke Kunststoffstoßfänger, die vorne eine Einheit mit dem Kühlergrill bildeten. Dadurch büßte er einiges von seinem klassischen Reiz ein und wurde bald als „Rubber Roadster“ bzw. „Gummiboot“ geschmäht. Schon bald gab es Bausätze für den Rückbau – kurioserweise sind deshalb gerade die im Originalzustand gebliebenen „Gummiboote“ heute gefragte Sammlerstücke. Der MG B wurde bis 1980 über 500.000 Mal gebaut und war damit der meistverkaufte Sportwagen der Welt, ein Titel, den er in den 90er Jahren an den Mazda MX-5 abgeben musste. 1992 erlebte er nochmals eine Wiedergeburt: In modifizierter Form und mit einem 3,9-l-Rover-V8, der 190 PS leistete, wurde er in limitierter Stückzahl als RV8 angeboten, bis er 1995 endgültig vom MGF abgelöst wurde.

Weitere Infos:
MG Car Club Deutschland
MG Drivers Club
Wikipedia
Legendäre Automodelle im Echolog:

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