Rudolf Diesel

Rudolf DieselRudolf Christian Karl Diesel, am 18. März 1858 in Paris als zweites Kind des gelernten Buchbinders Theodor Diesel und seiner Frau Elise geboren, entwickelte schon früh sein großes technisches Talent: Bereits als 12-Jähriger erhielt er eine Bronzemedaille für hervorragende Leistungen von der „Société Pour L´Instruction Elémentaire“. 1872, mit 14 Jahren, fasste er den Entschluss, Ingenieur zu werden, und 1880 schließt er sein Examen am Polytechnikum in München mit der besten Leistung seit Bestehen der Anstalt ab. Er tritt im gleichen Jahr als Volontär in der Lindeschen Eisfabrik in Paris ein und wird dort schon ein Jahr später Direktor. Am 24. September 1881 erhält Diesel sein erstes Patent auf ein Verfahren zur Herstellung von Klareis in Flaschen.

Erster Dieselmotor 1897Es sollte allerdings noch einige Jahre dauern, bis sich aus Diesels Forschungen über Kälte- und Eismaschinen die Entwicklung des Dieselmotors abzeichnete. 1892 erhielt Diesel das Patent für die später nach ihm benannte Verbrennungskraftmaschine mit hohem Wirkungsgrad. Die treibende Kraft dieses Motors beruhte auf der Selbstzündung des Treibstoffs in stark verdichteter und dadurch hoch erhitzter Luft. Während seiner Zusammenarbeit mit der Firma Krupp in Essen baute Diesel bis 1897 die erste erfolgreiche Kraftmaschine, die mit billigem Treibstoff betrieben werden konnte. Der neue Motor, der sehr viel effizienter als die Dampfmaschine arbeitete, fand schnell große Verbreitung, zunächst in stationären Anlagen, bald auch als Schiffsmotor. Diesen Siegeszug sollte Rudolf Diesel aber nur noch zum Teil erleben: Jahrelange Patentprozesse zerrütteten seine Gesundheit, und auch wirtschaftlich ging es bergab – zum Geschäftsmann hatte der geniale Tüftler kein Talent. Rudolf Diesel starb im September 1913 auf einer Überfahrt nach England unter nie ganz geklärten Umständen im Ärmelkanal – vieles deutete auf einen Freitod hin.

Mercedes 260 DWährend in der Industrie, in der Schifffahrt und später auch bei schweren Lastwagen und Baumaschinen der Diesel schnell Verbreitung fand, sollte es noch lange dauern, bis er beim Automobil Verwendung fand. Der erste in Serie gebaute Pkw mit Dieselmotor war der Mercedes 260 D von 1936, der aufgrund seiner Wirtschaftlichkeit und Zuverlässigkeit besonders als Taxi große Verbreitung fand. Doch erst in den letzten Jahren ist der Dieselmotor in Sachen Laufruhe und Kultiviertheit so weit entwickelt worden, dass er als ernsthafte Alternative zum Ottomotor gilt. PS-starke Dieselaggregate mit 6 oder 8 Zylindern werden unterdessen auch in Luxuslimousinen der Oberklasse eingebaut – als interessante Alternative für Vielfahrer.

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Rudolf Diesel – danke!
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