Jaguar E-Type

Jaguar E-Type
Jaguar E-Type Serie 1 (Foto © Vintage Classics)

Der Jaguar E-Type wurde erstmals 1961 als Nachfolger der XK-Serie vorgestellt und polarisierte mit seiner extravaganten Form sofort die Geschmäcker. Designer Malcolm Sayer hatte dem neuen Sportwagen eine superlang gestreckte, von Kritikern auch als „phallisch“ gerügte Motorhaube verpasst, die mit der vergleichsweise steilen Windschutzscheibe und der kleinen Fahrerkabine stark kontrastierte. Schon von Anfang an gab es den E-Type sowohl als Coupé (FHC = Fixed Head Coupe) als auch als Cabrio (OTS = Open Two Seater). Zu einem vergleichsweise günstigen Preis bot er mit seinem 6-Zylinder-Motor (265 PS) atemberaubende Fahrleistungen mit mehr als 240 km/h Höchstgeschwindigkeit, für die es allerdings aufgrund der eher mäßigen Straßenlage und Bremsen einiges an Wagemut bedurfte.


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Jaguar E-Type Serie 1 „Lightweight“ (mit Hardtop).

Speziell für den Rennsport erschien außerdem 1964 eine „Lightweight“ genannte Variante mit Leichtmetallkarosserie und -motor, die mit ihren 324 PS bis zu 280 km/h erreichen sollte. 1965 wurde der Hubraum des Jaguar E-Type von 3,8 auf 4,2 Liter erhöht, was besonders dem Drehmoment zugute kam. In dieser Form wurde der E-Type bis 1967 gebaut. Die Modelle bis dahin bezeichnet man als Serie 1.

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Jaguar E-Type Serie 2 in Roadster-Ausführung.

Als die USA aus Sicherheitsgründen größere Blinker und eine größere Öffnung der Scheinwerfer forderten, wurden die Blinker ab 1969 jetzt unterhalb der Stoßstangen platziert und die Scheinwerfer ohne Abdeckungen gebaut, Serie 2 genannt. Im Laufe des dazwischen liegenden Jahres 1968 gab es in der Umbauphase noch eine Mischform, mit bereits offenen Scheinwerfern aber den Blinkern noch oberhalb der Stoßstangen – Serie 1,5 bzw „Anderthalb“ genannt.

e-type-s2-hinten.jpgAuch die Heckansicht veränderte sich in der Serie 2 geringfügig, hier wanderten die Leuchten ebenfalls unter die Stoßstange. Von allen Modellen gab es als geschlossene Coupés eine kurze und für größeren Platzbedarf auch eine lange Version, 2+2 genannt, mit 2 Notsitzen im Fond und erhöhtem Dach. Diese „Familien“-E-Types wurden auch mit Automatikgetriebe angeboten. Strengere Abgasbestimmungen der USA sorgten ab 1969 auch dafür, dass eine andere Vergaserversion eingebaut wurde, die die Leistung des Motors reduzierte. Zum Ausgleich erhielt der Wagen eine kürzere Hinterachsübersetzung.

Jaguar E-Type Serie 3 RoadsterUm den Marktanteil in den USA gegenüber dem starken Wettbewerb zu halten, wurde ab 1971 auf Basis des vorhandenen langen Radstandes des 2+2 Coupés nunmehr ein 12-Zylinder-Motor verbaut, der einen größeren Lufteintritts-Grill benötigte – Serie 3 genannt. Dieses Modell gab es ebenfalls als offenen Roadster und als Coupé. Ende 1974 wurde die Produktion des E-Type zugunsten des Nachfolgemodells XJS eingestellt. Dieser Wagen konnte aber an den E-Type-Mythos bei Weitem nicht anknüpfen.

Eine sehr nützliche Hilfe, wie man einen Jaguar E-Type genau klassifizieren kann, finden Sie auf den Seiten vom Jaguar Club Köln:
E-Typ-Serien unterscheiden – leichtgemacht: (by jagman)

Weitere Infos:
Jaguar Club Köln
Jaguar Forum
Wikipedia

2 Gedanken zu „Jaguar E-Type

  1. Nachtrag: Die bekannteste Sonderanfertigung war sicher der Jaguar E-Type Leichenwagen aus dem Film „Harold and Maude“.
    Harold and Maude Filmszene
    Gegen Ende des Films stürzt der Wagen eine Klippe hinunter, was leider auch tatsächlich geschah, so dass das Unikat nicht erhalten geblieben ist.

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