Was macht ein Auto zum Klassiker?

Was macht ein Auto zum Klassiker?Was macht ein Auto zum Klassiker? Oder, anders gefragt, welche Leistungen müssen erbracht werden oder welche Faktoren müssen zusammenkommen, damit ein Auto in die Annalen der Automobilgeschichte eingeht? Die Antwort lautet – man ahnt es schon – für jeden Einzelfall und für jedes Modell anders.

Das Ford Modell T (1908-1927) etwa war technisch für seine Zeit keineswegs innovativ. Da es aber dank der neu eingeführten Fließbandfertigung für jedermann erschwinglich war und mit 16 Millionen (!) verkauften Exemplaren einen wesentlichen Beitrag zur Massenmotorisierung des 20. Jahrhunderts leistete, hat es sich einen festen Platz in der Automobilgeschichte erobert.

Porsche 911Aber auch ein gelungener Design-Entwurf, gepaart mit an Beharrlichkeit grenzender Kontinuität, kann der wesentliche Faktor zum Erfolg sein. Seit seiner ersten Vorstellung 1963 etwa hat sich an der Grundform des Porsche 911 kaum etwas geändert – das Design hat sich als absolut zeitlos erwiesen. Lediglich die Technik wurde immer wieder dem aktuellen Stand angepasst. Porsche, ein nicht erklärbarer Mythos? Nein, ganz einfach: Porsche baute schon immer Sportwagen, und schon immer setzten sportliche Fahrer Sportwagen mit Porsche gleich.

Citroën 2CVDer Citroën 2CV (1948-1990) ist aus wieder anderen Gründen zur Legende geworden: Im Frankreich und Europa der Nachkriegszeit war er einfach das richtige Auto zur richtigen Zeit. Das Design wurde hierbei bei Erscheinen als absolut hässlich empfunden, was dem sich später entwickelnden Kult keinen Abbruch tat. Beim 2CV tat eine Portion Glück sein Übriges: Als es in den 60er und 70er Jahren längst überlegenere und modernere Konkurrenten gab, entdeckte die Studentengeneration ihn als „Philosophenauto“ und sorgte so für die Unsterblichkeit der „Ente“.

Citroën DSDoch manchmal ist es tatsächlich ein Geniestreich, technisch und optisch seiner Zeit um Jahrzehnte voraus, der den Platz in den Reihen der unvergessenen Automobile sichert. Wieder Beispiel Citroën: Der Citroën DS (1955-1975) wirkte bei seinem Erscheinen mit seiner futuristischen Karosserie wie ein Auto von einem anderen Stern und hatte mit 0,36 Cw einen Luftwiderstandswert, den auch heutige Autos selten erreichen. Technische Innovationen wie die pneumatische Federung trugen mit dazu bei, die „Göttin“ in den Olymp der Autogeschichte zu erheben.

Mercedes-Benz 300 SLVielleicht sind es aber auch die Träume, Sehnsüchte und Projektionen der Menschen zu einer ganz bestimmten Zeitepoche, die „Traumwagen“ entstehen lassen. Der Mercedes-Benz 300 SL wurde 1954 bis 1957 lediglich 1.400 mal hergestellt. Aber er stand in einer Zeit, in der es im Nachkriegsdeutschland wirtschaftlich gerade erst wieder mühsam aufwärts ging, als Symbol für Eleganz und Reichtum, und mit seinen Flügeltüren beflügelt er noch heute die Phantasien aller Autoliebhaber.

Blog-Beiträge: Legendäre Automodelle

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