Schlagwort-Archiv: Netzkunst

The Sheep Market

The Sheep Market

„Zeichne mir ein Schaf!“ Als Einleitung zum illustrierten Märchen „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry hat es diese Bitte zu Berühmtheit gebracht. Der so gebetene Flieger hilft sich nach einigen missglückten Versuchen bekanntermaßen aus der Patsche, indem er eine Kiste zeichnet, in der sich das Schaf befände.

Ebendiese Aufforderung haben die Macher des Web-Art-Projektes „The Sheep Market“ an die Mitarbeiter des Künstliche-Intelligenz-Projekts „Mechanical Turk“ von Amazon gestellt. 0,02 Dollar bekamen sie für die Zeichnung eines nach links gewendeten Schafes, wobei die durchschnittliche Bearbeitungszeit 105 Sekunden pro Schaf betrug. Das Ergebnis: Eine virtuelle Herde von 10.000 Schafen, von denen keines dem anderen gleicht.

Auf der Startseite präsentiert sich die Schafherde als abstrakte Pixelansammlung; fährt man mit dem Mauszeiger darüber, sieht man die Schafe vergrößert. Der Clou: Klickt man eines an, wird der Vorgang des Zeichnens in Echtzeit wiederholt, man wird Zeuge des kreativen Prozesses. Bemerkenswert ist die Vielfalt der künstlerischen Herangehensweise, die von dilettantisch bis ambitioniert, von der primitiven Strichzeichnung bis zu wahren kleinen Meisterwerken, von einer möglichst naturalistischen Wiedergabe bis zu eher abstrakten Umsetzungen reicht.

http://www.thesheepmarket.com

Visual DNA

Visual DNA

Aus dem Biologieunterricht weiß man es vielleicht noch: DNA (oder auch DNS) steht für Desoxyribonukleinsäure und ist ein Biomolekül, welches die Erbinformation trägt. Aus diesem Bauplan des Lebens ergibt sich basierend auf nur vier Grundelementen ein individuelles und unverwechselbares Muster für jedes Lebewesen.

Dass dieses Muster auch sehr ästhetische Form zeitigen kann, beweist das Projekt Visual DNA, das den DNA-Code für den Mensch sowie für ausgesuchte Tiere und Pflanzen analysiert und in Formen und Farben transferiert. Am Ende kommt dabei etwas heraus, was ähnlich aussieht wie das neue Kirchenfenster von Gerhard Richter im Kölner Dom. Und wir wissen mal wieder: Die sinnlosesten Seiten sind doch meistens auch die schönsten!

http://www.visual-dna.de

Medien Kunst Netz

Medien Kunst Netz

Medienkunst ist definiert als „künstlerisches Arbeiten, das sich der Medien bedient“ (Wikipedia), wobei hierbei gleichermaßen die neuen Medien wie Internet und die nicht mehr ganz so neuen Medien wie Film gemeint sind.

Das Medienkunstnetz bietet einen spannenden und vielschichtigen Einstieg ins Thema, wobei Aufbau und Navigation der Site – making the trick while explaining the trick – für sich wiederum ein Stück Medienkunst darstellt und ein spielerisches, assoziatives Handling mit den anspruchsvollen Inhalten ermöglichen.

http://www.medienkunstnetz.de

Blue Ball Machine

Blue Ball Machine

Was ist eigentlich eine YTMND-Seite? Es handelt sich, benannt nach der ersten solchen Seite „You’re The Man Now, Dog“, um eine Seite, die lediglich ein sich wiederholendes GIF-Bild mit einer Soundschleife enthält.

Ein wirklich schöner YTMND-Vertreter ist die Blue Ball Machine: Zum einem Score nach Art alter Stummfilme kann man stundenlang zusehen, wie kleine blaue Bälle durch eine unglaubliche, unmögliche Maschine gejagt werden. Es muss nicht immer Flash sein, um tolle Effekte zu erzielen!

http://blueballfixed.ytmnd.com

Krachmaschine

Krachmaschine

„Diese Seiten haben keine Botschaft und keine Aufgabe, keine Absicht und keinen Plan. Sie bieten keine Lösungen zu Problemen irgendwelcher Art. Der Grundcharakter ist experimentell, humoristisch, satirisch, idiosynkratisch, hermetisch, heuristisch, autistisch, blah … blubber …“

Den Besucher erwartet eine sehr sehenswerte Kollektion von Flashfilmchen, die oft musikalisch und optisch der Szene von Techno, Trance und Goa nahe steht, aber oft auch einfach schwer einzuordnen ist. Es flasht auf jeden Fall ziemlich.

http://www.krachmaschine.de

The Zoom Quilt – a collaborative art project

The Zoom Quilt - a collaborative art project

Es soll ja Bilder geben, die eine so intensive Wirkung auf den Betrachter ausüben, dass sie ihn förmlich ins Bildgeschehen hineinsaugen. Und mit „The Zoom Quilt“ gibt es zumindest ein Bild, wo dies tatsächlich interaktiv dynamisch möglich ist.

„The Zoom Quilt“ sind streng genommen mehrere Bilder von verschiedenenen Künstlern, in die man sich in einer Art Kamerafahrt nacheinander hineinzoomen kann. Merkwürdige Wesen diverser Mythen- und Sagenwelten bevölkern dabei surreale Traumlandschaften, teils im Comicstil gemalt, teils auch der verschrobenen Geometrie eines M.C. Escher folgend. Und am Ende ist man – wie kann es anders sein – wieder am Anfang.

http://www.zoomquilt.org

99 Rooms

99 Rooms

In der interaktiven Ausstellung „99 Rooms“ erwartet den Besucher düstere und morbide Industrieromantik, gepaart mit moll-lastigen Ambientsounds und Graffiti-Kunst. Dies ergibt gemeinsam eine Stimmung, deren Faszination man sich kaum entziehen kann.

Besonders schön gemacht: Wie in einem Computergame muss der Ausstellungsgast immer mal wieder Schalter anklicken, Türen oder Luken öffnen oder Lichter einschalten, um in den jeweils nächsten Raum zu gelangen. Ein beklemmendes Gesamtkunstwerk!

http://www.99rooms.com

AYA-watch

AYA-watch

Selbstbewusst sprechen die Macher der AYA-watch von einer 4. Dimension der Zeitanzeige – nach den drei Dimensionen Sonnenuhr, analog und digital. Dies mag vielleicht etwas übertrieben sein, doch um eine ästhetisch äußerst gelungene Form der Zeitanzeige handelt es sich in jedem Fall.

Auf einer Scheibe sind Segmente in verschiedenen geometrischen Formen angeordnet, die von den Sekunden, Minuten und Stunden in streng definierter Weise aufgefüllt werden. Zwar gibt es die Uhr erst in virtueller Form – diese lässt sich dafür aber in Form einer Flashdatei (SWF) kostenlos herunterladen. „Auf die Uhr sehen“ wird so zu einem Erlebnis mit meditativen Qualitäten.

http://www.aya-watch.de

guimp – the original world’s smallest website

guimp - the original world's smallest website

Auf ::guimp::, der kleinsten Website der Welt, muss man schon ein scharfes Auge haben: gerade mal 20 x 20 Pixel misst die Site, die wahlweise einen HTML- oder einen Flash-Bereich bietet. Das renommierte London Design Collective beweist hier überzeugend, dass man mit Bildschirmplatz auch äußerst ökonomisch umgehen kann.

Dennoch haben die Programmierer der Site hier erstaunlich viel implementiert: Im Flash-Bereich gibt es mikroskopisch kleine Umsetzungen der Spieleklassiker „Pong“ und „Pacman“, und im HTML-Bereich unter anderem eine schöne Sammlung winziger animierter GIFs. Und schließlich können Sie hier noch Kunstwerke wie die Mona Lisa von Leonardo da Vinci oder die „Campbell’s“-Suppendose von Andy Warhol im Miniaturformat bestaunen. Wahrhaft gigantisch! 😉

http://www.guimp.com