Pundo 3000 – Werbung gegen Realität

Pundo 3000 - Werbung gegen Realität

Die Filmszene ist berühmt: Michael Douglas als amoklaufender Büroangestellter in „Falling Down“ kommt schwerbewaffnet in ein „Whammy Burger“-Restaurant und will frühstücken. Unter anderem macht er im Laufe der folgenden Auseinandersetzung den Filialleiter auf die offensichtliche Diskrepanz zwischen dem Aussehen der Hamburger und ihrer Abbildung auf der Menütafel aufmerksam.

Ganz ähnlich, wenn auch weniger rigoros, geht der Künstler Samuel Mueller vor. Genau 100 Fertigprodukte hat er eingekauft, von Menueschalen für die Mikrowelle über Eintöpfe bis hin zu abgepacktem Kuchen, Müsliriegeln und Snacks, und jeweils zwei Fotos gemacht: eines von der Verpackung und ein weiteres vom – gegebenenfalls zubereiteten – Inhalt.

Man ahnt es schon: Aus der Gegenüberstellung ist eine Dokumentation des Grauens geworden. Teilweise haben die Lebensmittel in natura kaum noch Ähnlichkeit mit den bunten Werbeversprechen auf der Schachtel. In seinem Internetprojekt, das Mueller unterdessen auch als Buch veröffentlicht hat, geht es ihm nicht darum, einzelne Firmen oder Marken zu diskreditieren, sondern er will sich lediglich kritisch mit den oft übertriebenen Mitteln der Werbung auseinandersetzen. Auch das Vernichten von Lebensmitteln kann man ihm nicht vorwerfen: Nach den Fotoarbeiten wurde stets alles brav aufgegessen.

http://www.pundo3000.com/werbunggegenrealitaet3000.htm

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