Swans: White Light from the Mouth of Infinity

swans_white_light.jpgDie Swans, irgendwo einzuordnen zwischen Sonic Youth und Lydia Lunch, waren einst berüchtigt dafür, die härteste Zeitlupen-Metal-Band der Welt zu sein, und ihre Konzerte, zumeist in kleineren Clubs, waren ein Brachialerlebnis. Auf „White Light …“ schlagen sie allerdings deutlich versöhnlichere Töne an als auf den vorangegangenen Alben. Sänger M. Gira lässt seine Stimme dumpf wie aus der Gruft erklingen, und Sängerin Jarboe kontrapunktiert mit ihrem dahingehauchten, ätherischen, erotischen Gesang, eine Julie London des Underground. Der bereits auf der 88er Maxi „Love will tear us apart“ (im Original von Joy Division) begonnene und auf dem „Burning World“-Album fortgesetzte Trend zum ausschweifend Hymnenhaften mündet hier nun ins vollendst Orchestrale; kaum ein Song, der nicht mit endlosen Chören gewappnet in himmlische Weiten krescendiert.
Die rüde Härte vergangener Tage ist einer melancholischen Starre gewichen: Je offenkundiger Gefühligkeit und Verletzbarkeit im Gesang zutage treten, desto konsequenter wird das Korsett der formalen Strenge zugezogen, Swans-typisch schleppen sich die dröhnenden Gitarren von einem Akkord zum nächsten, begleitet von Chören und Keyboards. Düster, bewegend, zeitlos: ein großes Album!
Swans: White Light from the Mouth of Infinity
CD, 1991, Young God Records / Sky Records

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