Boxhamsters: Prinz Albert

Boxhamsters: Prinz AlbertDie wohlabgeschmeckte, sowohl Streetpunk- als auch Kritiker-kompatible, geradlinig-brachiale Gitarrenbreitseite: Wer sich für die Boxhamsters entscheidet, den erwarten filigranst ausgetüftelte Hardcore-Noise-Attacken, gepaart mit Texten, die, der Dichtkunst eines Peter Hein oder eines Harry Rag gleichzeitig verpflichtet und ebenbürtig, unbarmherzig Tagespolitikgeschehen mit Blicken durch die subjektive Brille zusammenrühren. Der Gesang ist zumeist dem jagenden Off-beat untergeordnet; zornig-atemlos shoutet sich Sänger Co durch seine Begrifflichkeit, während die restlichen Hamsters verschachtelte Akkord- und Noise-Gebirge aufbauen und wieder einreißen.

Die Boxhamsters hatten schon immer das Image der sympathischen Verlierer, der „Kinder aus Bullerbü“, die ihre Flausen kultivieren und sich immer wundern, dass nie etwas klappt. Und bei abgebremstem Tempo kommt dabei auch schon einmal die wunderschön abgeklärte Looser-Variante einer Liebeserklärung heraus: „Ich weiß, Du wirst mich niemals lieben, ist auch eigentlich egal, trotzdem denke ich jetzt an Dich.“ The Wedding Present auf deutsch, eben. Ein „Lauter, schneller, härter“-Contest mit adäquater Abdeckung des Gefühlsspektrums zwischen zornig, ironisch, nachdenklich und traurig.

Boxhamsters: Prinz Albert
CD, 1993, Bad Moon Community / IRS

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