Raymond Loewy

Raymond LoewyRaymond Loewy, geboren 1893 in Paris, studierte dort zunächst am Lycée Chaptal, später begann er einen Ingenieurskurs, den er 1914 wegen des Ersten Weltkriegs abbrach. Nach Kriegsende emigrierte er in die USA und arbeitete zunächst sechs Jahre als Illustrator für die Zeitschriften Vogue und Harper´s Bazaar. Im Jahre 1929 wurde er Art Director der Westinghouse Electric Company in New York. Doch schon bald gründete er sein eigenes Büro und begründete damit seine legendäre Karriere als Industrial Designer. Seine erste designerische Arbeit war der Vervielfältiger „Ream Duplicator 66“ für die Firma Gestetner. Doch auch im automobilen Bereich wurde Loewy, der als Miterfinder des Stromliniendesigns gilt, bald tätig: 1934 erschien das „Hupmobile“ der Hupp Motor Car Corporation.

Hupmobile T 427 Eight
Hupmobile T „427“ Eight, 4-door Aerosedan, 1934.

Loewys Hupmobile von 1934 hatte, obgleich noch konventionell mit freistehenden Kotflügeln realisiert, bereits wichtige Elemente der Stromlinienverkleidung vorweggenommen, ähnlich wie auch die Konkurrenten Chrysler Airstream und Lincoln Zephyr. So waren die Scheinwerfer nicht mehr in angeschraubten Gehäusen untergebracht, sondern in die Karosserie integriert, und der sehr schräg stehende Kühlergrill gab dem Wagen – zusammen mit etwas, was man als Vorläufer eines Frontspoilers bezeichnen könnte – einen sehr dynamischen Auftritt.

Greyhound Scenicruiser
Luxuriöses Reisen in den USA der 50er: Greyhound Scenicruiser.

Sein vielleicht berühmtestes Fahrzeug ist freilich ein Bus: Der Greyhound Scenicruiser von 1954 mit seinem charakteristischen, hinten hochgesetzten Passagierabteil gilt fast schon als Symbol der amerikanischen Mobilität der Nachkriegszeit.

Studebaker Champion, 1951Unter Fachkreisen nicht minder legendär sind seine Arbeiten für Studebaker: 1947 entwickelte er den „Champion“, 1953 folgte der „Starliner“, auch einfach schlicht „Loewy Coupé“ genannt: Das elegante, sehr europäisch wirkende Hard-top-Coupé war seiner Zeit in der Formgebung weit voraus und gilt als stilprägend für spätere amerikanische Sportwagen-Legenden wie den Ford Thunderbird oder die Chevrolet Corvette.

Studebaker Starliner, 1953
Vollendete Formgebung: Studebaker Starliner, 1953.

Im Jahr 1963 stellte Loewy den Studebaker Avanti vor, wiederum ein designerischer Meilenstein. Auffälligstes Merkmal des Coupés mit Fiberglas-Karosserie war der fehlende Kühlergrill, die Öffnungen für die Wasserkühlung waren unter der Stoßstange versteckt. Doch auch technisch hatte der Wagen einiges zu bieten – immerhin war es das erste amerikanische Auto mit serienmäßigen Scheibenbremsen.

Studebaker Avanti, 1963
Die Kunst des Weglassens: Studebaker Avanti, 1963.

Unter der Haube war ein 4,7-Liter-V8 samt Paxton-Kompressor installiert, der 240 PS mobilisierte und dem Avanti zu 190 km/h Spitze verhalf. Allerdings konnte sich das Coupé nicht gegen die zum gleichen Zeitpunkt lancierte Corvette Sting Ray durchsetzen. Kurioserweise sollte der Avanti aber den darauf folgenden Niedergang von Studebaker überleben: Unter dem Namen Avanti verkaufte er sich noch 17 Jahre weiter – und auch heute wird wieder ein Avanti produziert, der noch deutlich Loewys Einfluss zeigt. Doch für Loewy selbst war das Automobildesign nur ein kleiner Zweig seines vielfältigen Schaffens: Unter anderem ist Loewy, der vom Magazin Life zu einem der 100 einflussreichsten Amerikaner des 20. Jahrhunderts gewählt wurde, verantwortlich für das Design der Coca-Cola-Flasche, der Lucky-Strike-Packung und der Shell-Muschel. Von 1967 bis 1973 arbeitete Raymond Loewy noch für die NASA am Konzept der Kommandokapsel der Weltraumfähre Skylab. Loewy starb 1986 in Monaco.

Weitere Infos:
Raymond Loewy Foundation
Wikipedia

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