Felix Wankel

Felix WankelFelix Wankel, geboren am 13. August 1902 in Lahr, besuchte das Gymnasium in Weinheim, verließ es allerdings schon in der Unterprima. Während seiner Lehre als Verlagskaufmann im Verlag Carl Winter in Heidelberg fing der eigenbrötlerische Tüftler an, sich mit technischen und wissenschaftlichen Biografien zu beschäftigen. Ab 1924 arbeitet er in einer kleinen Werkstatt an verschiedenen Entwicklungen, unter anderem entsteht ein „Fettdurchfluss-Anzeigegerät“, in dem das erste Mal seine Idee des Drehkolbens zur Anwendung gelangt.

Bis ins Jahr 1932 entwickelt und optimiert er seinen – später Wankelmotor genannten – Drehkolbenmotor. Im gleichen Jahr tritt er aus der NSDAP aus, was ihm nach der Machtergreifung der Nazis ein halbes Jahr Haft einbringt. 1934 unterschreibt er einen Vertrag mit BMW für die Entwicklung von Drehschiebersteuerungen für Automotoren. Mit seinen Kenntnissen muss er 1936 in der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DLV) vorsprechen und bringt dort einen Siemens Fünfzylinder-Sternmotor zum Laufen – dies bringt ihm eine eigene Forschungsstätte ein, die „Wankel-Versuchs-Werkstatt“ (WVW) in Lindau. In den Kriegsjahren werden hier vor allem Flugzeugmotoren erprobt, bis die Anlage 1945 von den Franzosen demontiert wird.

WankelmotorNach dem zweiten Weltkrieg dauert es ein paar Jahre, bis Felix Wankel seine Forschungen weiter betreiben kann. 1951 richtet er die „Technische Entwicklungsstelle“ (TES) in seinem Wohnhaus in Lindau ein; im gleichen Jahr beginnt die Zusammenarbeit mit den NSU-Werken AG Neckarsulm zur Entwicklung eines Laders. Als einzige Autofirma in Deutschland setzt NSU ernsthaft auf den revolutionären neuen Antrieb, bei dem die Auf- und Ab-Bewegung des Kolbens durch das Rotieren einer Scheibe ersetzt wird. 1954 lässt sich Wankel das Prinzip der doppelten Drehbewegung für einen viertaktenden, innenachsigen Drehkolbenmotor patentieren. Drei Jahre später erfolgt die kinematische Umkehrung des Drehkolbenprinzips in einen Kreiskolbenmotor: Das „System NSU-Wankel“ mit wassergekühltem Gehäuse und ölgekühltem Kolben ist geboren.

NSU Wankel Spider
NSU Wankel Spider (im Hintergrund der NSU Ro 80).

Das erste in Serie gehende Auto mit Wankelmotor war 1963 der NSU Wankel Spider. Lediglich 2.375 Stück wurden von dem kleinen 2-Sitzer gebaut, doch er lief relativ unproblematisch und konnte sogar einige Rennerfolge erzielen. Sehr viel populärer und noch heute legendär ist der 1967 erschienene NSU Ro 80, bei dem der neue Antrieb gekoppelt war mit einer aufregenden Karosserie, deren Keilform ihrer Zeit um Jahrzehnte voraus war. Doch Audi als Käufer der NSU-Werke verfolgte die Wankel-Pläne nicht weiter, und auch die anderen großen Hersteller winkten ab – in den Zeiten der Energiekrise war niemand zu großen Investitionen in ein neues Motorkonzept bereit.

Mazda RX-8Lediglich Mazda verfolgt das Konzept noch und entwickelt es laufend weiter, derzeit im RX-8, der aus einem 2-Rotoren-Kreiskolbenmotor mit 2 x 654 ccm bis zu 231 PS herausholt. Immerhin: Bis heute sind etwa 1,6 Millionen Kreiskolbenmotor-Autos gebaut worden. Felix Wankel starb 1988 – bis zu seinem Tod blieb er seinem Motor treu und ließ sich in einem NSU Ro 80 chauffieren: Er selbst hatte keinen Führerschein.

Aktualisiert im Juni 2006. Weitere Infos:
Der Wankelmotor und sein Erfinder, Felix Wankel
Wankelmotor und Felix Wankel
Wikipedia

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