Warum nicht 20 Prozent auf Tiernahrung?

praktiker20prozent.jpgDer Slogan, das muss man neidlos anerkennen, ist einfach Kult, besonders in der gesprochenen Radio-Version: „20 Prozent auf alles!“, tönt ein begeisterter Manfred Lehmann, um dann, verlegen und hastig, wie’s scheint, die allseits bekannte Einschränkung loszuwerden: „… außer Tiernahrung.“ Aber, und in der Rubrik Elchkritik muss diese Frage erlaubt sein, warum nicht 20 % auch auf die Tiernahrung? Warum kann man tonnenweise Parkettböden oder Blumenerde zu 80 Prozent des regulären Preises nach Hause schleppen, muss aber Hund, Katze oder Streifenhörnchen zum unreduzierten Volltarif ernähren? Das Echolog hat nachgefroscht nachgeforscht.

praktiker_ausser_tiernahrung.jpgIntelligente und investigative Google-Suchen bringen ein erstaunliches Meinungsspektrum an den Tag, wenn es darum geht, den Grund für die Tiernahrungsrabatt-Verweigerung von Praktiker herauszufinden. So ist man bei stern.de der festen Überzeugung, dass die Renditen im Bereich von Kitekat und Co. einfach nicht genug hergeben, als dass sich hier eine 20%ige Preisreduzierung löhne. Andere mokieren sich nur über das falsch geschriebene „ausser“ oder beschließen, bei Praktiker nur noch Tiernahrung zu kaufen, weil diese im Umkehrschluss wenigstens nie 20 % teurer ist. Auch gewagte Hypothesen, die den Grund in der 7%igen Lebensmittelbesteuerung von Tiernahrung sehen, finden sich zuhauf im Netz.

Nun, Praktiker selbst müssten es doch eigentlich wissen, dachte ich mir, und schrob folgende Zeilen in das Kontaktformular der Website:

Ihr Werbeslogan „20 Prozent auf alles!“ ist ebenso bekannt wie dessen Einschränkung: „außer Tiernahrung“. Nun bin ich sicher nicht der Erste, der sich fragt: Wieso denn nicht auch 20 % auf Tiernahrung?

Woraufhin mich exakt 48 Minuten später (vermutlich haben die dafür schon einen Textbaustein) folgende Antwort erreichte:

Ihre Frage, warum wir gerade Tiernahrung von dieser Aktion ausgeschlossen haben, ist durchaus berechtigt. Dies kommt dadurch zu Stande, dass es zum damaligen Zeitpunkt, als wir diese Aktion erstmals beworben haben, rechtliche Probleme bei der Rabattierung dieser Produkte gab. Diese wurden zwar zwischenzeitlich überwunden, tatsächlich verhält es sich jedoch so, dass sich unser Werbeslogan nunmehr genau mit diesem Wortlaut in den Köpfen unserer Kunden eingeprägt hat und mittlerweile zum Kult wurde, so dass wir diesen nach wie vor beibehalten.

Und natürlich haben sie recht: Erst der Zusatz „außer Tiernahrung“ gibt dem Slogan Würze und Wiedererkennungswert. Und nebenbei erfährt man, dass man bei Praktiker stets Tiernahrung bekommt. Zu stabilen Preisen.

3 Gedanken zu „Warum nicht 20 Prozent auf Tiernahrung?

  1. Eigentlich wollte ich mich auch mit diesem brisanten Thema beschäftigen, aber hier wurde dieses Geheimnis so wunderbar aufgeklärt, dass ich mich jetzt beruhigt anderen Themen widmen kann, z. B. der Frage:
    Warum gibt es draußen nur Kännchen?

  2. Du hast den Artikel auf stern.de aber mißverstanden!
    Zitat: „Zum Beispiel mit der Tiernahrung, auf die Praktiker auch 20 Prozent geben könnte, es aber nicht tut, weil sie hohe Renditen garantiert“
    Also gerade bei Tiernahrung holt Praktiker sehr hohe Gewinne raus, möchte diese also nicht mit den 20% verringern.

  3. Cool. Das hab ich mich auch schonmal gefragt. Und „ausser“ falsch geschrieben ist heftig. Da frag ich mich doch, was sind das denn für Werbeagenturen, die nicht mal deutsch schreiben können?
    Gruß
    Michel
    Textvariationen: schon mal, Deutsch, nichtmal.

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