Kombimenüs und Rabattcoupons

Neulich konnte ich ja auch mal wieder der Versuchung nicht widerstehen, das Thema Abendessen zügig und praktisch bei McDonald’sneues Fenster abzuwickeln – für wenig Geld lockte das Maximenü mit „noch mehr Auswahl“ und dem Bild eines leckeren Gartensalats neben den Fritten.

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Große Optionsvielfalt bei McDonald’s.


Die Ernüchterung folgt, wenn man dieses Mehr an Auswahl kritisch durchleuchtet: 2 von 3 Beilagen dürfen genommen werden, wobei allerdings das Getränk als Beilage gilt, was mathematisch betrachtet zu drei Kombinationsmöglichkeiten führt, wenn man die Hamburgervariationen nicht mitrechnet:

1. Hamburger + Fritten + Salat
Reichhaltig und ausgewogen, aber will man das wirklich ohne Getränk runterwürgen?
2. Hamburger + Salat + Cola
Schon besser, aber irgendwie fehlt die „Sättigungsbeilage“.
3. Hamburger + Fritten + Cola
Klassisch gut, aber das gab es auch schon vorher.

Es kam also, wie es kommen musste: Ich bestellte Kombi 3 und den Gartensalat noch dazu (übrigens eine euphemistische Bezeichnung für einen grünen Salat, auf den man eine Tomatenscheibe gelegt hat), so dass die Werbung genau das erreicht hatte, was sie ja wohl auch bewirken sollte: Ich zahlte freiwillig 1 Euro mehr.

Die eigenwillige Menügestaltungs- und Preispolitik, die an die „Paket“-Strategie der Automobilhersteller erinnert, wo man beispielsweise eine heizbare Frontscheibe nur in Kombination mit einem klimatisierten Handschuhfach ordern kann, setzt sich übrigens auch in den Rabatt-Coupons fort, die McDonald’s fleißig in die Hausbriefkästen werfen lässt.

Schon der Slogan „Zwei zum Preis von einem – bis zu 50 % sparen“ sollte einen stutzig machen. Wenn ich zwei zum Preis von einem bekomme, spare ich nämlich genau 50 % und nicht „bis zu“.

Und tatsächlich: Wer denkt, er bekäme bei Abgabe des Coupons auf sein Maximenü einfach noch einen Fleischklops draufgepappt, hat sich natürlich geschnitten. Nicht bei McDonald’s. In Wirklichkeit dient der Coupon hier als Deppenausweis, mit dem man signalisiert, dass man nun die behagliche Welt der Komplettmenüs verlassen und in die Hölle der Einzelbestellungen eintauchen will, ein Verhau von Preis- und Zubehörlisten, in dem selbst die vorher freundlich dazugelegte Mayonnaise plötzlich teuer erkauft werden muss. Froh, wer da ungeschoren wieder rauskommt und von sich behaupten kann, er hätte zumindest nicht mehr ausgegeben, als wenn er einfach ein Menü mit einem zusätzlichen Hamburger geordert hätte.

Ach ja, und wen es in diesem Zusammenhang nach einem zusätzlichen Gartensalat gelüstet – den gibt es nur in Verbindung mit einem Menü.

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