Der Trauerschwan und das Tretboot

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Schwan (Cygnus atratus) und Schwan (human powered). Foto: dpa.

Der Trauerschwan zeichnet sich nicht nur durch seine schwarze Farbe aus, sondern auch durch seine streng monogame Einstellung in Sachen Liebe. Umso tragischer, wenn diese so offensichtlich zum Scheitern verurteilt ist wie beim Trauerschwan „schwarzer Peter“, der auf dem Aasee in Münster schon seit mehreren Monaten tiefe Zuneigung zu einem Tretboot in Schwanenform zeigt. Stets in dessen Nähe bleibend, verscheucht er wütend jeden, der sich dem Freizeitvehikel nähert, was dessen Verleiher mit einem weinenden und einen lachenden Auge sieht: Einerseits ist das weiße Schwanboot schwer zu vermieten, andererseits steigert es die Popularität des Bootsverleihers im Ganzen. Schon werden in Münster Kristallkugeln verkauft, die das ungleiche Paar in schneiender Winteridylle zeigen.

Der Tierliebe des Bootsverleihers ist es zu verdanken, dass diese Idylle auch tatsächlich nicht getrübt wird. Denn eigentlich sollte das Boot zum Winter hin aus dem See entfernt werden, um der Gefahr des Einfrierens zu begegnen. Nun ist es hingegen beschlossene Sache, dass das Paar gemeinsam in den Allwetterzoo von Münster umziehen darf. Durch Kanäle wird das Tretboot an den neuen Bestimmungsort gefahren, was den Trauerschwan sicher zum Mitkommen bewegen wird. Die Unterstützung eines Sponsors und ein Schwanenfonds der Stiftung Artenschutz stellen sicher, dass es dem Tier an nichts mangeln wird. Im Frühjahr können dann beide wieder in den Aasee zurückkehren.

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