VW Golf

VW Golf I

Im Jahr 1974 steckte der Volkswagen-Konzern in der Krise: Die Taktik, allein auf den Käfer und seine Derivate mit luftgekühltem Heckmotor zu setzen, hatte sich endgültig als Sackgasse erwiesen. Das zu dieser Zeit noch produzierte Modell 411 floppte und wurde vom Volksmund wegen seiner unausgewogenen Proportionen als „Nasenbär“ veralbert. Der VW Golf – sein Entwurf stammte vom italienischen Autodesigner Giorgio Giugiaro, der z.B. auch den Alfasud für Alfa Romeo entwickelt hatte – entpuppte sich hingegen auf Anhieb als Kassenschlager: Der pragmatische Ansatz und die klaren, zweckmäßigen Linien passten absolut in den Stil der Zeit. Bereits in den ersten 27 Monaten verkaufte er sich über 1 Million Mal und begründete mit quer eingebautem Frontmotor, kompakten Formen und Heckklappe eine ganz neue Wagenklasse – die Kompaktklasse, die auch heute noch als „Golfklasse“ bezeichnet wird.

Golf GTIAnfangs gab es den VW Golf in zwei Varianten: mit 50 PS für damals 8.000 DM und mit 70 PS für 9.730 DM. Wie eine Bombe schlug dann im Jahr 1976 der Golf GTI ein, mit in dieser Wagenklasse damals revolutionären 110 PS, die eine Spitzengeschwindigkeit von fast 180 km/h ermöglichten. Im gleichen Jahr folgte auch die erste Dieselvariante. 1978 begann die Produktion in Pennsylvania; in den USA verkaufte er sich fortan erfolgreich als „Rabbit“. Ein Jahr später erschien das Cabrio, wegen seines Überrollbügels als „Erdbeerkörbchen“ belächelt – es sollte in den Verkaufszahlen aber bald das bis dahin erfolgreichste Cabrio, die offene Version des Käfers, überrunden. Weitere Ableger waren der Jetta mit Stufenheck und der Caddy mit offener Ladefläche.

VW Golf IVBehutsam modernisiert und gerundet zeigte sich die zweite Golf-Serie, die 1983 vorgestellt wurde. Drei Jahre später gab es mit dem Synchro die erste allrad-getriebene Variante. Ein absoluter Exot war der „Golf Country“ von 1990 mit hochgesetzter Karosserie, Allradantrieb, Rammschutzbügeln und außen angebrachtem Reserverad. Er floppte und markierte gleichzeitig das Auslaufen der Serie II: Im August 1991 erschien – deutlich gewachsen und erstmals mit ovalen Scheinwerfern – der Golf III. Ab 1997 rollte die vierte Serie des VW Golf auf unseren Straßen. Spitzenmodell markierte nun der VW Golf V6 4MOTION mit Allradantrieb, 204 PS und einer Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h.

VW Golf Plus
Als Kompaktvan-Variante kamm 2003 der Golf Plus hinzu.

Der Golf V präsentierte sich ab 2003 in gleich zwei Grundversionen: Zum „klassischen“ Golf gesellte sich der Kompaktvan Golf Plus. Er basiert auf der gleichen Plattform und hat die gleiche Fahrzeuglänge, ist aber höher und breiter als der Golf V. Der Golf GTI der 5er Baureihe fährt mit 2,0-l-FSI-Turbo-Motor und 200 PS vor, der Golf R32 mit permanentem Allradantrieb leistet 250 PS und rennt (abgeregelt) ebenso viele Stundenkilometer. Äußerlich hat der aktuelle Golf mit dem Ur-Modell nur noch wenig gemeinsam – geblieben ist das (Nicht-)Image: Der Golf ist klassen- und generationenübergreifend, er ist Ausdruck pragmatischer automobiler Vernunft. Wer einen Golf fährt, will nicht renommieren. Er ist schlichtweg ein weiterer Enkel der viel zitierten „Generation Golf“.

Aktualisiert im Juni 2006. Weitere Infos:
Volkswagen-Site zum Golf
VW-Golf-Fanpage
Bilderdatenbank
Wikipedia

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