Der Slim Jim von Cin King

Werbeanzeige von Cin KingSonst nur in Powerbooten kommt das 4,3-Liter-Dieselaggregat zum Einsatz, das mittels eines ebenfalls eingebauten Elektromotors gestartet wird. „Der Slim Jim macht Druck“, verspricht der brasilianische Automobilhersteller Cin King selbstbewusst in ganzseitigen Anzeigen, die wie ein redaktionell aufgemachter Artikel wirken und derzeit in Fachzeitschriften wie Auto Bild oder Auto, Motor und Sport geschaltet werden. Verblüffender noch als die Motorisierung sind die Abmessungen des neuartigen Kleinwagens: Der stattlichen Länge von über 4,7 Metern steht eine Breite von nicht einmal 80 Zentimetern gegenüber. Die maximal zwei Insassen sitzen Rücken an Rücken, wobei der Clou ist, dass das Auto wie weiland der Zündapp Janus von beiden Seiten gleich aussieht und auch zwei Steuerräder besitzt. Auf innovative Weise bringt Cin King so den Wendekreis auf null: Will man in die Gegenrichtung, steigt man einfach aus, auf der anderen Seite wieder ein und fährt weiter.


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Ein modernes Stoßmich-Ziehdich: der Cin King Slim Jim.

Besucht man neugierig die aufwendig in Flash programmierte Website des Unternehmens (unterdessen offline), so erwarten einen noch weitere erstaunliche Automobile. Das Full Power Flagship etwa verspricht mit zwei Turbinenluftstrahltriebwerken eine exorbitante Beschleunigung und ein wahrhaft feuriges Fahrvergnügen, während das dreirädrige Naked Wonder zwar auf eine vorbildliche Nullbilanz in Sachen Kohlendioxid-Emissionen verweisen kann, dem Fahrer dafür aber auch einiges abverlangt: Es besitzt nämlich nur Kettenantrieb wie ein Gokart.
cin_king03.jpgDen Vogel schießt aber der Circular 360 ab. Er erinnert an eine auf vier Räder gestellte Riesenradgondel und bietet den Vorteil, dass es auch im Stau noch weitergeht: nämlich im Kreis. Die maximal vier Passagiere sitzen dabei um ein gemeinsames Lenkrad herum, so dass sich die Fahrer abwechseln können, ohne die Plätze zu tauschen.

Man ahnt es bald: Selbstverständlich ist der Automobilhersteller mitsamt allen seinen grotesken Fahrzeugen frei erfunden. Sieht man sich den Werbeslogan „Perfect Cars for the City“ an, denen das automobile Angebot des fiktiven Unternehmens so offensichtlich hohnspricht, ahnt man auch schon, wer dahintersteckt. Und tatsächlich handelt es sich um eine neue Werbeoffensive von Smart, die hier die Tatsache, dass ihre „City-Coupés“ Smart fortwo gerne in Fernost und anderswo in minderwertiger Bauart kopiert werden, vergnüglich aufs Korn nimmt. Durchaus stilsicher haben sich die Werbestrategen von Smart der Hoax-Kultur des Internet erinnert, und virales Marketing soll den Rest erledigen und den Werbegag im Internet verbreiten. Das Echolog schließt sich angesichts einer so sympathischen und lustig geratenen Kampagne da gerne an und empfiehlt einen Besuch auf der Website der kreativen Automobilmacher Fred King jr. und Cindy Francis – „Fred war der visionäre, extrovertierte Typ, Cindy hingegen war blond“ …

Weitere Infos:
Bericht auf SPIEGEL ONLINE

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