Citroën 2CV

Citroën 2CV

Pierre Boulanger, Generaldirektor von Citroën, hatte 1936 ziemlich genaue Vorstellungen, was die Landbevölkerung wollte: „Entwickelt mir ein kleines, sparsames und preiswertes Auto, das zwei Bauern in Stiefeln und 50 Kilo Kartoffeln oder ein Fäßchen transportieren kann.“ Doch es kam nur zu einigen Prototypen, dann verhinderte der zweite Weltkrieg die weitere Entwicklung. Erst 1948 wurde der Citroën 2CV auf dem Pariser Salon vorgestellt – und erntete zunächst fast nur Spott. War ein solch hässliches Entlein mit stoffbespannten Rohrsesseln, einer superelastischen Verbundfederung und einem luftgekühlten Minimalmotor mit 375 ccm und 9 PS überhaupt verkäuflich? Es war. Nicht nur der niedrige Preis überzeugte, sondern auch das großzügige Platzangebot und die Variabilität. Der „Döschwo“ entpuppte sich schnell als Frankreichs wichtigster Beitrag zur europäischen Massenmotorisierung der Nachkriegszeit.


Citroën 2CV

1954 verpasste Citroën dem 2CV den ersten Leistungszuwachs: Der auf 425 ccm vergrößerte Motor leistete nun 12 PS. Ende 1957 wurde die Heckplane durch einen blechernen Kofferraumdeckel ersetzt. Ein Jahr später erregte der 2CV „Sahara“ Aufsehen: Er hatte Vierradantrieb und einen zweiten Motor im Heck. 1961 bekam der 2CV ein neues, kleineres Kühlergitter und 1966 das dritte Seitenfenster in der C-Säule, wie es die belgischen und schweizerischen Modelle schon lange hatten.

Citroën 2CV AZU

1963 erschien die Lieferwagenversion 2CV AK, ein Jahr später der viersitzige AKL Weekend mit Seitenfenster im „Kasten“. Als naher Verwandter des 2CV (gleicher Unterbau) erschien 1961 der Ami 6: Besonderes Merkmal seiner eigenwilligen Karosserie war das nach einwärts geneigte Heckfenster. Ein weiteres Derivat war der Méhari von 1968 mit tür- und dachlosem Kunststoffaufbau. Der 2CV wurde über die ganze Produktionszeit hinweg stetig modernisiert – über 1.000 Modifikationen wurden vorgenommen. Die äußerlich auffälligste Änderung war – sehr zum Leidwesen vieler Fans – 1975 die Einführung eckiger Scheinwerfer, die für eine höhere Lichtausbeute sorgten.

2CV und DyaneEigentlich sollte der Citroën 2CV schon 1968 abgelöst werden: von der Dyane, kantiger in der Formgebung und mit in den Kotflügeln integrierten Scheinwerfern. Die Dyane, die es wie den 2CV auch in einer Kastenversion geben sollte, war insgesamt besser ausgestattet und etwas stärker motorisiert. Doch der 2CV sollte sie überleben. Bis zum Produktionsende 1990 wurden insgesamt über 5,1 Millionen Exemplare hergestellt. Nicht zuletzt ist die lange Bauzeit darauf zurückzuführen, dass die „Ente“ bereits in den 70er und 80er Jahren „Kultstatus“ erlangte – vom rein zweckmäßigen Beförderungsmittel avancierte sie imagemäßig zum „Philosophenauto“ und zum rollenden Mahnmal wider einer immer hektischer werdenden Welt.

Weitere Infos:
Frieder’s Entenseiten
Garage 2CV
Wikipedia
Legendäre Automodelle im Echolog:

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